Gesetzliche Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung greift insbesondere dann ein, wenn der Versicherte Hilfe bei täglichen Verrichtungen, wie z.B. der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität, benötigt.

Welche Leistungen kommen in Betracht?

  • Pflegesachleistungen
  • Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen
  • Kombination von Geldleistungen und Sachleistung
  • Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson
  • Pflegehilfsmittel und technische Hilfen
  • Tagespflege und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Vollstationäre Pflege
  • Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen
  • Pflegekurse

Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?

Ein zentraler Begriff in der Pflegeversicherung ist die Pflegebedürftigkeit.

Der Leistungsumfang ist abhängig vom Umfang der Pflegebedürftigkeit einer Person und bemisst sich in den sog. „Pflegestufen I-III“.

Pflegestufe I bedeutet, dass ein täglicher Pflegebedarf von 90 Minuten, davon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege, besteht.

Pflegestufe II bedeutet, dass ein täglicher Pflegebedarf von 3 Stunden, davon mindestens 2 Stunden für die Grundpflege, besteht.

Pflegestufe III bedeutet, dass ein täglicher Pflegebedarf von 5 Stunden, davon mindestens 4 Stunden für die Grundpflege, besteht.

Die Grundpflege umfasst die folgenden Teilbereiche:

  • Körperpflege
    Hierzu gehört Hilfe bei der Körperpflege, insbesondere Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- und/oder Blasenentleerung.
  • Ernährung
    Hierzu gehört die Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung oder Aufnahme (Füttern) der Nahrung.
  • Mobilität
    Hierzu gehört die Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen einschließlich Umlagern im Bett, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen.

Bei der Beurteilung des übrigen Pflegebedarfs ist auf die sog. hauswirtschaftlichen Verrichtungen abzustellen.

Diese umfassen die Haushaltsführung, somit das Kochen, Einkaufen, Waschen, Putzen usw.

Welche Probleme treten in der Praxis auf?

Streit besteht in der Praxis meist über den Pflegebedarf und daraus folgend, die Einstufung in die Pflegestufe.

Die Pflegekassen stützen sich bei ihrer Entscheidung auf Gutachten des MdK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen).

Diese Gutachten müssen überprüft werden. Ggf. sind Einwendungen dagegen vorzubringen.